Der Ausstellungstitel „Achtung, die Furnier!“ beinhaltet eigentlich schon alles, worum es Catharina Bond geht: Das Aufzeigen von gesellschaftlicher Oberflächlichkeit und dem Umstand, dass man sich stets nach außen repräsentieren muss. Kratzt man allerdings an der Oberfläche, dringt man in tiefere Schichten vor, so muss man feststellen, dass tatsächlich nicht alles Gold ist, was glänzt. Catharina Bond ist es ein Anliegen, aufScheinheiligkeit und Doppelmoral hinzuweisen, auf gepredigte Werte, die meist nicht umgesetzt werden können oder wollen.

Die Kunst ist zum Spekulationsobjekt verkommen und wird wie Aktien oder Immobilien auf internationalen Märkten gehandelt. Heute spricht selten jemand vom künstlerischen Können, sondern davon, wie viel eine Arbeit kostet beziehungsweise auf welchem Platz sich der Künstler oder die Künstlerin in diversen Rankings befindet. Dass viele der jungen Kunstschaffenden Teil der Kunstmaschinerie werden möchten, ist nur verständlich. Schließlich möchte jeder sein Stück vom Kuchen abhaben – koste es, was es wolle.

In ihren Arbeiten thematisiert Catharina Bond, die vor ihrem Kunst- ein Wirtschaftsstudium absolvierte, diese Entwicklungen, indem sie unter anderem mit ihrem Objekt „Keramikwachtel“ Elemente der Vergänglichkeit traditionellen Werten gegenüber stellt. Keramiken von Tieren, wie etwa eines Fuchses, sind geradezu klassische Symbole einer Gesellschaft, die auf Tradition aufbaut. Hierzu bildet die scheinbar organische Wachtel einen Gegensatz, indem sie als eine Art „memento mori“ die Vergänglichkeit des Lebens repräsentiert.

Aber auch Bond ist eine junge, aufstrebende Künstlerin und vom Kunstmarkt korrumpiert, weshalb die Wachtel nicht, wie es den Anschein hat, echt, sondern eine Replik aus Silikon ist. Dieses Objekt soll verkauft werden können. Ein Widerspruch? Vielleicht, aber durchaus nachvollziehbar: Catharina Bond möchte von ihrer Kunst leben können.

- Lucas Cuturi -

The exhibition’s title ‚Achtung, die Furnier!‘ (‚Watch it, the veneer!‘) actually tells everything what matters for Catharina Bond: to demonstrate social superficiality and the fact one always must present oneself to the public. Once you scratch on the surface indeed, you will reach into deeper layers and find out that all that glitters is not gold. Bond’s request here is to indicate sanctimoniousness, double standards and preached values, which one rarely is able or wanting to realize - often blocked by economic conflicts of interests.

Art has turned out to be an object of speculation and is traded like stock or real estate on international markets. Rarely one talks about artistic skills, but about the costs or rather the ranking of an artist. The fact that many of the ‚young ones‘ want to become a part of this art machinery is quite comprehensible. In the end everybody wants a piece of the action - at any price.

In her works Catharina Bond - who completed her studies in business administration before studying Fine Arts - deals with these developments in comparing elements of transience with traditional values, for example with her object ‚Keramikwachtel‘: ceramics of animals absolutely are classic symbols of a society which is based on traditions. The apparent organic quail forms a contrast which represents the transience of life like a ‚memento mori‘.

However, Bond also is a young, emerging artist and corrupted by the art market, this is why the quail is not like it seems to be real, but a copy made of silicone. This object is supposed to be sold. An inconsistency? Maybe, but also comprehensible: Catharina Bold wants to make a living of her art.

 

photos: Julia Gaisbacher